Ein Sport-Event wie die Hamburgiade lässt viel Platz für grosse und kleine Geschichten, Erlebnisse und Blickwinkel. Wir haben mit 6 Menschen Interviews geführt, um ihren Blickwinkel auf den Sport im Allgemeinen und die Hamburgiade im Speziellen einzufangen.

Weiter geht es mit Manuela Schwarzkopf, der diesjährigen Siegerin im Triathlon.

Du hast den Triathlon der Hamburgiade gewonnen. Daher nehme ich an, dass du eher Vollblutsportlerin bist und weniger mit deinem inneren Schweinehund kämpfst, oder?

Ich glaube, der innere Schweinehund gehört immer mit dazu. Aber mein Partner macht auch sehr viel Sport und so motivieren wir uns auch gegenseitig, wenn eigentlich die Couch ruft. Sport gehört aber trotz allem einfach für mich dazu. Ich habe meinen Job und studiere noch nebenbei und ich brauche die Bewegung einfach als Ausgleich. Ich muss raus an die frische Luft und muss mich auspowern.

Was war dein bislang größter sportlicher Erfolg?

Ich freue mich, dass ich heute gewonnen habe. Der Halbmarathon im Frühjahr war aber auch super. Und ganz besonders schön war ein anderer Halbmarathon auf Mallorca. Der war super anstrengend aber gleichzeitig wunderschön aufgrund der einmaligen Kulisse.

Was glaubst du, bei welcher Sportart hier auf der Hamburgiade am meisten gekämpft wurde?

Das kann man pauschal nicht sagen. Ich glaube, dass jeder hier sein Bestes gibt und auch versucht, persönliche Bestzeiten zu übertreffen. Ich denke da zieht jeder mit und es wäre unfair, den Kampfgeist ausschließlich auf eine Sportart zu begrenzen.

Warum wolltest du unbedingt bei der Hamburgiade starten?

Ich finde das ist ein tolles Event, was ganz neu entstanden ist. Mich hat der Hintergrund gereizt: Die Mehrheit der Hamburger – die abgestimmt haben – haben sich gegen die Olympiade in Hamburg entschieden. Allerdings haben sich die Leute nicht per se gegen den Sport entschieden. Aus diesem Gedanken ist die Idee für die Hamburgiade entstanden. Hier ist für jeden etwas dabei, zum reinschnuppern als auch für Fortgeschrittene. Und diese Idee finde ich einfach toll.

Das heißt, dieser Event leistet auch einen Beitrag dazu, dass Hamburg den Titel „Sportstadt“ weiterhin verdient hat, nachdem die Olympia Bewerbung gescheitert ist?

Ja, genau. Es gibt hier genügend sportbegeisterte Leute und es wird auch richtig viel gemacht, sei es von den Vereinen oder auch von den Firmen beziehungsweise vom Betriebssport. Und dann gibt es zusätzlich noch die großen Events wie den Hamburg-Marathon oder den Cityman-Triathlon. Dass die Leute Sport machen, hat zum Glück nicht immer etwas mit dem großen Geld zu tun.

Dennoch war das für Hamburg sicher eine ziemliche Niederlage – und zusätzlich noch das Aus für den HSV Handball und die Freezers. Was würdest du sagen als Sportlerin: Was lernt man, wenn man verliert?

Man lernt, wie man sich verbessern kann. Es gibt immer einen Grund, wenn etwas nicht so gut geklappt hat. Dann muss man aufstehen, daran arbeiten und weiter geht’s.

Und warum macht gewinnen so viel Spaß?

Gewinnen macht Spaß aber es ist nicht das Wichtigste. Mir geht es darum, mitzumachen, Spaß zu haben und anzukommen. Und wenn dann ein Sieg dabei rum kommt, dann ist das schön. Aber in erster Linie geht es mir um den Spaß am Sport.

Warum sollten beim nächsten Mal noch mehr Leute an der Hamburgiade teilnehmen?

Weil sie ein klasse Event ist. Die Organisatoren und Helfer geben sich richtig viel Mühe und haben was Tolles auf die Beine gestellt. Und egal ob man Teilnehmer ist, oder Zuschauer oder Helfer: Hier herrscht eine tolle Stimmung und ich kann es jedem nur empfehlen.

Zu guter letzt: Was war für dich der schönste Moment auf der Hamburgiade?

Ich habe mich gefreut, dass alle gut heile ins Ziel gekommen sind und niemandem etwas passiert ist. Jeder hatte Spaß, es gab trotz des Regens keinen Sturz. Das war das Wichtigste für diese Veranstaltung.

Das Interview führte Julia Kottkamp (www.juliakottkamp.de)
– freie Autorin und Kommunikationsberaterin –
vom Online Magazin www.40stunden.de